"Prine am Kinze"- Babakars Restaurant wird eröffnet

Babakar hat vom einen auf den anderen Tag beschlossen, zu Ehren seines deutschen Heimatdorfes Prien am Chiemsee ein Restaurant im Senegal zu eröffnen.
Direkt im Zentrum von Kaffrine, neben Gare de Routiere und Tankstelle gegenüber des Marktstandes seiner Mutter kauft er sich ein Stückchen Grund. 
Mit viel Herzblut, Ideenreichtum und der kreativen Hand eines lokalen Graffitikünstlers baut er in wenigen Wochen sein eigenes „Prine am Kinze“. Farbenfroh, mit Schilfdach und bunten Fliesen lädt es zu traditionellem senegalesischem Essen ein.
Vier ausgebildete Köchinnen aus der Gegend hat Babakar angestellt. Sie kochen hier, richten die Gerichte mit viel Liebe an und verkaufen die kulinarischen Köstlichkeiten an Einheimische und Reisende.

In „Prine am Kinze“ merkt man sehr deutlich, dass der Erbauer einige Zeit in Europa verbracht hat. Die Böden sind einwandfrei gefliest, es gibt eine westlich anmutende Küche mit Gasherd und sogar einen Kühlschrank. Auch der Gastraum ist großzügig ausgestattet. Die Sofaecke stammt von einem Kaffriner Designer, die Stühle und Tische könnten auch in Dakar in einem Cafe stehen. Der Fernseher an der Wand zeigt senegalesische Musikvideos und die Ventilatoren lassen einen die Hitze vor der Tür vergessen.

Die Köchinnen bringen Yassa Poulet, Babakar erzählt stolz, dass das seine eigenen Hühnchen sind, die hier serviert werden. Es schmeckt köstlich und sieht noch dazu auch wunderbar aus. Dass das Auge mit isst, wissen die Wenigsten, die hier an den Straßen ihr Essen verkaufen.
Als Nachtisch gibt es eisgekühlten Couscous mit Erdbeerjoghurt aus Plastiktütchen. Es schmeckt ein bisschen künstlich und ein bisschen gut und sehr nach Senegal.

Am nächsten Tag steht Thiebou Thien, das senegalesische Nationalgericht, auf der Karte. Je nachdem was die Frauen auf dem Markt finden, variieren die Gerichte hier von Tag zu Tag.

Babakar hat als nächstes vor, seine Köchinnen auch für größere Veranstaltungen und Firmen kochen zu lassen. Dafür besorgt er sich gerade die Lizenz zum Catering. Und Patisserie findet er eigentlich auch ganz gut, dann kommen die Leute auch vormittags vorbei.
Das Restaurant „Prine am Kinze“ hat also noch lange nicht all seine Kapazitäten ausgeschöpft und Babakars Ideen für Neues werden auch so bald noch kein Ende nehmen.