So funktioniert Paprikaanbau in Musa

Erfolgreich hat Babakar Erdnüsse angebaut und verkauft und auch die Tomaten wachsen kräftig. Als nächstes ist der Anbau von Paprika geplant. Diese werden für die meisten senegalesischen Gerichte benötigt und lassen sich sehr gut auf dem Markt verkaufen.

Da Babakar noch nie zuvor Paprika selbst gepflanzt hat, holt er sich Arbeitskräfte und Know-How aus einem Dorf nahe der gambischen Grenze. 
Die Männer kommen früh morgens und bringen mit ihrem Pferd und der Charette einen Pflug und bereits kräftig gewachsene Pflänzchen mit.

In mehreren Schritten wird der Boden für die Pflanzung vorbereitet. Gemeinsam beschließen die Männer zuerst, wieviel Fläche bepflanzt werden soll, wie dicht die Reihen werden sollen und wie viele Pflanzen Babakar ziehen möchte.
Das Pferd zieht mit den beiden Paprikabauern die Furchen in den Boden. Als nächstes vertiefen die Jungs, die Babakar stets zur Hand gehen, die Furchen mit einer Hacke, sodass diese später tief genug sind, um die Pflänzchen aufzunehmen.
Da die Erde von den 40 Grad Temperatur am Anfang der Trockenperiode komplett ausgetrocknet ist, werden die Furchen einen Tag lang gewässert. So ist die Erde optimal vorbereitet für die Pflanzung am nächsten Tag.

Das Wasser hat Babakar von seinem eigenen Wasseranschluss. Sein Vater hatte diesen eigens aus der nächstgelegenen Stadt verlegen lassen, um den Bewohnern von Musa sicheres Trinkwasser zu bieten. Der nahegelegene traditionelle Brunnen ist abgedeckt, damit keiner der Dorfbewohner Brunnenwasser trinkt und davon krank wird.
Babakar überlegt jetzt, obwohl er sehr stolz auf seinen eigenen Wasseranschluss ist, sein Gießwasser mit einer Solarpumpe aus dem Brunnen zu nehmen. Dadurch muss er keine hohen Wasserrechnungen mehr zahlen, sein Gemüseanbau wirft mehr Gewinn ab und er verwendet vor allem kein kostbares Trinkwasser, um sein Feld zu bewässern.
Bis die Solarpumpe und eine Tröpfchenbewässerung die Gießarbeit übernehmen und den Wasserverbrauch ökonomisch machen, dauert es jedoch noch etwas.
Es müssen Angebote eingeholt, ein Sponsor gefunden und der Brunnen von seiner Abdeckung befreit werden.

Am nächsten Tag ist die Erde feucht und gemeinsam werden die Paprikapflanzen in die Erde gebracht. Papa, ein Bruder Babakars, sticht in gleichen Abständen Löcher in den Boden und gemeinsam setzt der Rest der Crew die Pflanzen in die Löcher, drückt sie an und gießt sie noch einmal.
In einigen Monaten werden hier die Paprikas in rot, orange und gelb reifen und auf dem Markt verkauft. Wir sind schon ganz gespannt auf „unsere“ ersten eigenen Paprikas!