Reisebericht Helke Fussell - Teil 2

Reisebericht Helke Fussell - Teil 2

Auf dem Hof von Babakars Mutter eingeladen zu sein und in Babakars neuem Haus schlafen zu dürfen, war mir eine große Ehre. Die Begegnungen die ich dabei mit den Frauen am Hof, Babakars Mutter, seine Frau Cothia, seine Schwiegermutter, Schwestern von Babakar und Schwägerinnen machte, waren für mich jedoch schwierig.


Es war offensichtlich, dass wir aus ganz anderen Welten kommen. Es schien fast ein bisschen wie das einfache Leben in Deutschland vor 100 Jahren.


In farbenfrohen Kleidern und Röcken, die man bei uns nur zu besonderen Anlässen tragen würde, bereiteten die Frauen unter freiem Himmel das Essen für mehrere Dutzend Leute vor. Sie saßen zusammen, wuschen und schnitten Gemüse und kochten die Mahlzeit über offenem Feuer. Für die unterschiedlichen Gruppen, die zu versorgen waren, wurden einzelne Schalen mit Essen vorbereitet. Babakar fuhr mit einer davon mit seinem Moped zu seinen Arbeitern auf die Plantage nach Musa.


Auch die Wäsche wurde noch von Hand gewaschen, mit viel Omo, das kräftig schäumt. Ein Kohlebügeleisen wie aus Großmutters Zeiten wurde danach auf dem Boden zum Bügeln verwendet. Ein solcher Waschtag ist eine große Anstrengung, besonders bei der HItze. Babakars Frau Cothia erledigte diese Aufgabe mit viel Hingabe und wusch so die Kleidung der ganzen Familie.


Bis auf die Mutter sprachen alle Frauen nur Wolof, denn keine von ihnen hatte die Schule besucht. Große Erwartungen an die Toubab (Wolof= "Weiße") gab es trotz der Sprachbarriere, „Schenkst du mir ein Telefon?“ war die erste Frage auf gebrochenem Französisch.